Für schlaraffische Neulinge

 

 

Die Herrengesellschaft Schlaraffia pflegt Kunst, Freundschaft und Humor!

 

Was heißt eigentlich Schlaraffe?  Das Wort "Schlaraffe" stammt aus dem mittelhoch-deutschen "Slur-Affe" und bedeutete damals "sorgloser Genießer". Heute ist dies mehr im intellektuell-geistigen Sinne gemeint und hat nichts mit Völlerei und übermäßigem Bierkonsum zu tun.  Schlaraffia® und Allschlaraffia® sind geschützte Wortmarken und haben weder mit dem Schlaraffenland noch mit der gleichnamigen Matratze etwas zu tun. Wer Schlaraffe wird, tritt ein in ein geistiges Schlaraffenland mit Grenzen, aber grenzenlosen Möglichkeiten.

 

Wer Interesse am phantasievollen Spiel der Schlaraffen hat, kann in einer „Pilger- und Prüflingszeit“ herausfinden, ob er sich in dieses Spiel einbringen möchte. Zuerst wird er dann Knappe, wird später in den Junkerstand erhoben und schließlich – nach „strengen Prüfungen“ – zum Ritter geschlagen. In diesem Stand erst erhält er seinen endgültigen, meist witzigen, persiflierten Namen, erst jetzt verfügt er über alle Rechte im ritterlichen Spiel mit geistigen "Waffen".

 

 

 

Unter den bekannten Herrengesellschaften ist "Schlaraffia" wohl die fröhlichste. Aber auch die einzige, in der weltweit deutsch gesprochen wird. Nicht nur in Mecklenburg, Sachsen oder Bayern, sondern auch in Schweden, Frankreich, Spanien, Amerika, Australien, für alle, gleich welcher Nationalität und Rasse, ist die deutsche Sprache vorgeschrieben. Schlaraffia ist weder ein Geheimbund noch Freimaurerloge.  Schlaraffia steht jedem Bürger offen, der sich in der deutschen Sprache verständlich machen kann. Männer aus allen Schichten und Berufen gehören Schlaraffia an.

Schlaraffia lebt freilich nicht nur vom wöchentlichen Treff (Oktober bis April), sondern von der Begegnung in aller Welt. Schlaraffen sind nie allein. Sie pflegen Freundschaften, sind überall bei den anderen willkommen. Einsamkeit im Alter gibt es für sie nicht. Dazu hilfreich ist neben der deutschen Sprache das "Vademecum", das Ort, Wochentag und Thema der Veranstaltungen vermerkt. Dies ermöglicht eine terminliche und thematische Vorbereitung für die "Einritte" in andere "Reyche". Über das schlaraffische Geschehen in aller Welt, dem "Uhuversum", informiert auch "Der Schlaraffia Zeyttungen", die neunmal jährlich erscheint.

Heute gibt es weltweit ca. 10.600 Mitglieder an 269 Orten in aller Welt, davon 156 in Deutschland, 58 in Österreich und 13 in der Schweiz, die im Verbund der Schlaraffia organisiert sind. Aber auch in den USA, Australien, Kanada, Japan, Südafrika und in Thailand findet man Männer, gleich welcher Nationalität und Rasse, die das schlaraffische Spiel pflegen. Schlaraffisch spricht man von "Reychen" oder "Colonien".

Vom ältesten bestehenden Reych mit der Nummer 2 in Berlin bis zu 426 in Bad Vöslau (Österreich) hat jedes seine Reychsnummer. Dass trotz dieser Zahl nur 269 Vereinigungen bestehen, ist vor allem die Folge politischer Vorgänge. Obwohl in Schlaraffia Politik, Religion, Geschäft streng verpönt sind, wurde sie z.B. in Italien 1926 zwangsweise aufgelöst, vom NS-Regime in Deutschland 1934 zur Auflösung gezwungen und untersagt. In der DDR fiel das Verbot erst mit dem Fall der Mauer. Nur heimlich hatte man sich in Wohnungen getroffen und so den Fortbestand der Reyche gesichert. Aber viele sind in dieser Zeit zerfallen.

 

Am 10. Oktober 1859  gründeten 23 deutsche Künstler und Kunstfreunde in Prag auf betreiben von Theaterdirektor Franz Thomé die "Schlarafia". Der Zufall wollte es, dass gleich über der Innentür des Gasthauses ein großer, ausgestopfter Uhu angebracht war. So wurde der Uhu auch zu ihrem geliebten Sinnbild.   In erster Linie trafen sich dort eine Runde, die nicht nur über ihre Kunst debattierte, rezitierte, fröhlich sang, sondern mit geradezu satirischem Eifer Überheblichkeit und Dünkel von Adel und Beamtentum karikierte, die sich in der Jagd nach Titeln und Orden niederschlugen.

 

 

Die weiße Nadel am Revers, die "Rolandnadel", als Erkennungszeichen führt persönlich unbekannte zusammen, macht sie zu Freunden. Von der Idee erfasst sind Männer aller Berufe, ob vom Theater, die Musik des Berufs wegen betreiben oder Amateure mit Prosa und Reim zur Erheiterung und Erbauung beitragen. Keiner muss, doch jeder darf und es ist immer wieder erstaunlich was in manchem an Geist und Witz schlummert. Es gehört wohl zum spezifischen Wert des Bundes, jeden zu sich selbst zu führen.

Wie ein Lauffeuer verbreiteten sich die schlaraffischen Ideen über den Erdball. Die Schlaraffen in ein und der selben Stadt bildeten ein Reych. Um die profane Stadt von der schlaraffischen Niederlassung zu unterscheiden, erhielt jedes Reych einen etwas abgewandelten Namen - beispielsweise Berolina für Berlin, Lipsia für Leipzig oder Vindobona für Wien.

Wie hinter den mehr oder weniger originellen Namen steckt auch im Spiel in farbenfroher Rüstung der sinnvolle ernste Kern. Das Schlaraffen auch nur Menschen sind, zeigt nur ein kleiner Auszug aus der Liste bekannter Namen, die sich dazu bekannt haben: die Komponisten Franz Lehar, Gustav Mahler, Clemens Schmalstich, Oskar Straus, die Schauspieler Paul Hörbiger, Attila Hörbiger, Richard Münch, der Dichter Peter Rosegger sowie viele namhafte Sänger. Auch diese haben das Spiel ganz bewusst betrieben.  Wen wundert's da noch, dass Statistiker nachwiesen, die Lebenserwartung von Schlaraffen sei um etwa fünf Jahre höher, als die anderer Männer!

Zwischen Oktober und April – in der „Winterung“ – treffen sich die Schlaraffen meist wöchentlich in ihrer „Burg“ , um im Rahmen ihres „Spiels“ einen abwechslungsreichen Abend zu gestalten und zu erleben. Heiteres, Ernstes, auch Besinnliches wird in literarischen oder musikalischen Vorträgen dargeboten. Die Schlaraffen spotten, streiten, scherzen; die Worte fliegen hin und her. Viele betreiben dieses Spiel auch ganz bewusst als Methode gegen Stress und Frust.

Politik, Religion und Geschäft bleiben jedoch außen vor !

Aber auch die Frauen der Schlaraffen sind  willkommen zu Jubiläen, zum Fest ohne Anlass, zu Konzerten, zu Besuchen in anderen Gemarkungen und anderen Veranstaltungen und Treffs. Oft haben sich die Frauen auch zu kleinen Kreisen zusammengeschlossen und verbringen ihre Freizeit in gemütlichen Runden.

Der Name "Schlaraffia" bedeutet:

Das Schlaraffenland des Geistes!

Wir Schlaraffen finden hier immer wieder Freude und Freundschaft!

Weiland Ritter Confectio (172) hat es sehr treffend formuliert:

Schlaraffia ist eine erträumte und ersonnene humane Welt. Schlaraffia ist eine inniglich-herzlich-in-sich verbundene Gemeinschaft mit dem Hauptgrundsatz der Hochachtung der Freundschaft. Schlaraffia ist eine geistige Gemeinschaft, mit dem Bestreben reine Freude am Edeltum der Künste und feines Ergötzen am liebevollen Wesen des Humors zu pflegen. Schlaraffia ist eine fröhliche Gemeinschaft in der sich die Herzen öffnen zur Jubelhymne der Lebensfreude.

 

Es lohnt sich, den schlaraffischen Gedanken vom hohen Ideal gerade angesichts einer immer sachlicher werdenden Welt zu pflegen und diese Werte weiter zu geben. Deshalb freuen wir uns über Männer zwischen 20 und 100, die im Herzen und im Geiste jung geblieben sind und sich engagieren wollen. Es gibt bei uns keine Präsenzpflicht, aber die Hoffnung, dass jeder Schlaraffe sich rege am heiter-ernsten Spiele beteiligen möge.

Das schlaraffische Spiel verläuft nach festgeschriebenen Regeln, die farbenfrohe Rüstung mit Helm, Rittermantel und Schwert – aus Stoff bzw. Holz – erinnert an das mittelalterliche Rittertum. Ritternamen, „Titel“ und „Orden“ aber auch die  von schlaraffischen Spezialausdrücken  durchsetzte  Sprache,  das so genannte Schlaraffenlatein, dienen dazu, den Alltag für die Dauer des Spiels vergessen zu machen. 

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In den Monaten Oktober bis April treffen sich die Geraer Schlaraffen in der Regel alle 14 Tage  am Freitag um 20 Uhr in unserer "Häselburg" zu den Sippungen, im Untergeschoß des Gebäudes  Gagarinstrasse 19. *

Noch Fragen zu Schlaraffia? Dann können Sie hier einige Antworten finden!

 

Hier ein Link vom Bayrischen Rundfunk am 26.09.2015

http://www.br.de/radio/bayern2/wissen/kalenderblatt/1010-schlaraffia-maennerbund-gruendung-uhu-100.html

Ein Link zum Albert-Sixtus-Archiv von Rt Ulenreych (411 u. 427)

http://www.albert-sixtus.de/schlaraffia.php?abschnitt=1&PHPSESSID=l0j12cueoha53hgm44hb6h2v10

 

 

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann können Sie sich telefonisch melden zu den Sippungen unter 0365 8004800 - Achtung! Anschluss nur noch bis 08.10.2017.

Außerhalb unserer Sippungstermine unter 0365 7106230 oder WebSait.291@gmail.com beim "Kantzler" Heinz Feustel.

* frei nach Konzepten von Rt. Pressofix, Maninheimbia; Rt. Schmunzel, Brunsviga sowie h. R. Geraha)